Traumjob dank Digitalisierung

Quelle: Flickr https://flic.kr/p/QbgLX

Das Internet war und ist meine erste große Liebe. Durch diese Meilenstein wurde mein zukünftiges Berufsfeld erst geschaffen. Würde man es mir heute wieder wegnehmen, dann käme das einer Kriegserklärung für mich gleich.

Das wußte ich aber noch nicht als ich ein Teenager war. Damals war ich verunsichert, weil meine Schulkameraden alle schon wussten, dass sie einmal Arzt, Sekretärin, Anwalt oder sonstiges werden wollten. Es war vermutlich in der 8. oder 9. Stufe, als die ganze Klasse den Berufseignungstest beim Arbeitsamt absolvieren musste. Da ich noch ohne konkreten Zukunftsplan war, hatte ich mir schon deutliche Hoffnungen gemacht. Diese wurde leider völlig zerstört, als es dann hieß ich könnte Altenpflegerin werden. ICH, die noch nicht einmal eine OP im Fernsehen anschauen kann, ohne wegzusehen? Diese Option fiel sofort flach. Niemals würde ich mich zur Altenpflegerin eignen, wenn ich kein Blut sehen kann. Ich bewundere Leute, die im sozialen Sektor arbeiten und sich um kranke Menschen kümmern. Meine Mutter ist selbst Krankenschwester und ich habe sie immer bewundert, mit welcher Aufopferung sie sich um andere kümmert. Aber dieses Talent habe ich definitiv nicht geerbt. 🙂

Kurzerhand beschloss ich einfach nach der Realschule mein Abitur zu machen. Bis zum Ende dessen, weiß ich dann bestimmt, was ich mal machen will. Drei Jahre später entschied ich mich dann für ein BWL Studium. Warum? Weil Arzt wegen der obigen Gründen wegfiel. Anwalt gleich mit, wer will schon so viel Paragraphen auswendig lernen? Ich bestimmt nicht. Spaß beiseite, so ganz sicher weiß ich das tatsächlich nicht mehr, warum ich dieses Fach angekreuzt habe. Vielleicht war es intuitiv, weil ich es schon immer spannend fand, wie große Unternehmen so ticken aber das ist auch nur eine weit hergeholte Vermutung.

Im Studium selbst – ganz besonders im BWL Studium –  geht es auch dann um nichts anderes, außer wie man (Mann) Chef werden kann. Ich war zumindest schon froh, als ich in meiner ersten Marketingvorlesung saß und mir plötzlich klar wurde, dass es doch noch Hoffnung für mich gab. Reden tue ich ja gern und viel und soweit ich das verstanden hatte, war das in diesem Bereich eine positive Eigenschaft! 🙂

In meinen Praktika wurde ich immer sofort an Aufgaben gesetzt, die mit dem ‚Neuland‘ zu tun hatten: Webseiten pflegen, Online Shops bestücken, Wettbewerber vergleichen, etc. Nachdem ich schon befürchtet hatte, dass mich in den kommenden 50 Jahren Berufsleben die Werbemittelrecherche verfolgen würde, war ich begeistert über diese neuen Aufgaben. Werbemittel haben durchaus ihre Berechtigung, manche sind sogar schön, funktional oder sogar beides aber sie sind einfach langweilig. Ob eine Tasse nun hellblaue, babyblau oder türkise Streifen zieren, dem kann ich nichts abgewinnen. Geschweige denn, dass ich darüber diskutieren könnte. Das Internet hingegen war schnell, dynamisch und änderte sich ständig, das war schon eher meine Welt. Jedem eben das seine..

Letztendlich bin ich als Quereinsteiger und mit viel Glück zum Traumjob gekommen. Hätte mir eine Freundin 2009 nicht eine ausgeschriebene Praktikastelle bei Kodak zugeschickt, hätte ich nie so schnell Erfahrungen in der Social Media Welt sammeln können. 5 Jahre und 2 Arbeitgeber später bin ich wieder zurück gekehrt. Nicht nur ich, sondern auch die Firma hat viele Erfahrungen gemacht. Ich betreue heute nicht mehr ’nur‘ Social Media, sondern auch die mobilen Apps, berate in Websitethemen und allem, was sonst noch eine digitale Komponente hat.

Ich bin  froh, dass ich damals noch nicht wußte, wo meine Reise hingeht. Instinktiv habe ich mich auf die richtige Reise begeben und würde heute nicht einen Tag rückgängig machen wollen. Ich habe es mir beibehalten, nicht zu konkret zu planen. Denn wenn ich eines gelernt habe, dass der technologische Fortschritt nicht zu Ende ist und somit meine Reiseziel immer offen für spontane Änderungen ist.

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