Reisebericht: Ein unvergesslicher Trip nach Thailand

2009: Diplomarbeit abgegeben, keinen Plan vom Leben und dank Krise null Jobaussichten. Die letzten 5 Monate hatte ich vergebens versucht einen Spagat zwischen Uni und Unternehmen hinzubekommen. Meine Nerven waren am Ende. Nun hatte ich ein Diplom in der Tasche aber immer noch keinen Plan, was ich mit der Zukunft anfangen sollte.

Ich muss hier weg

Reiseroute
Reiseroute: Von Thailand bis Singapur

Erst einmal ins Ausland und Urlaub machen aber wohin? Meine Freunde hatten entweder keine Zeit, kein Geld oder im schlimmsten Fall einen Job. Mit denen wollte ich dann so oder so nicht in den Urlaub – Streber! Im Jahr zuvor war ich auf einer Studienexkursion nach Asien gereist. China war mein erstes Reiseziel außerhalb Europas und der Aufenthalt dort hat mich gleich neugierig gemacht auf den Rest Asiens. Aber ganz alleine? Ich muss zugeben, so ganz geheuer war es mir nicht als Allreinreisende zu starten. Als mir dann jemand von Gruppenreisen bei Moja Travel erzählte, habe ich spontan dort meine Reise gebucht. Einmal von Bangkok bis nach Singapur in 18 Tagen.

Meine Mutter ist fast gestorben vor Angst. Ich hab mir meine Angst natürlich nicht anmerken lassen und bin todesmutig in den Flieger gestiegen. Ab dann war ich erstmal 17h alleine. Es war ein komisches Gefühl in einem völlig unbekannten Land, am anderen Ende der Welt zu landen. Du bist hundemüde, der süßliche Geruch in der Luft, die Hitze und die Luftfeuchtigkeit erschlagen dich. Ich war wie in Trance als ich ins Taxi stieg, um in die Innenstadt zu fahren. Und dann kam sie, die Panik, dass eben doch etwas schief geht, ich das Hotel nicht finde, ich krank werde oder man mich ausraubt. Die 45-minütige Fahrt ins Zentrum war verdammt lang.

TukTuk ins Ungewisse – Nach Anspannung folgt Aufregung

Im Hotel eingecheckt kurz geduscht und schon war ich wieder unterwegs. Die Reisegruppe sollte ich erst abends treffen und alleine im Hotel sitzen wollte ich nun auch wieder nicht. Also tief durchgeatmet und los. Natürlich wurde ich auf offener Straße gleich von den TukTuk-Fahrern angesprochen, ob sie mich herumfahren sollen. Also habe ich mich gleich im Verhandeln geübt und ließ mich von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit chauffieren. Es ist bekannt, dass die Fahrer einen zu Händlern bringen, sie bekommen pro Tourist einen Gutschein, meistens für Benzin. Ich hatte aber keine Lust mich belagern zu lassen und habe ich mich geweigert bei den Händlern auzusteigen, was dem Fahrer offensichtlich so gar nicht passte. Hätte ich gewusst, dass ich mir damit keinen Gefallen tue, wäre ich wohl lieber ausgestiegen. Ich hätte mir einiges an Aufregung erspart…

Der liegende Buddha im Wat Pho in Bangkok  Quelle: Janina Benz
Der liegende Buddha im Wat Pho in Bangkok
Quelle: Janina Benz

Nächste Station: der Tempel mit dem liegenden Buddha. Also ließ mich der Fahrer am Wat Pho aussteigen und ich drehte meine Runden, um die wunderschöne Statue zu bewundern. Doch als ich weiterfahren wollte und zurück zum TukTuk lief, stand da kein TukTuk mehr und vom Fahrer war weit und breit nichts zu sehen. Offensichtlich war ihm der verhandelte Preis zu niedrig, so dass er einfach weggefahren ist oder einen neuen Kunden mitgenommen hat, obwohl ich noch gar nicht bezahlt hatte. Als mir klar wurde, dass mein Stadtplan noch auf seinem Rücksitz lag, hatte ich eine kleine Panikattacke!!! Ganz alleine und verloren in Bangkok und kein Stadtplan zur Hand – famos! Mithilfe der Kartenausschnitte im Lonely Planet bin ich irgendwie zur berühmten Khao San Road gelangt, wo ich dank zahlreicher Backpacker eine große Straßenkarte anschauen konnte. Eine Stunde später kam ich im Hotel an. Meinen ersten Tag in Thailand werde ich niemals vergessen, diese lustige Anekdote bringt mich jedes Mal erneut zum Schmunzeln. 🙂

Rundreise –  Thailand, Malaysia, Singapur

Die Truppe, die sich abends zusammen fand war wirklich klasse. Es war eine meiner schönsten Erfahrungen und ich denke oft daran zurück.  Im Laufe der nächsten Wochen waren wir bei den Floating Markets, auf der Brücke am Kwai und auf Koh Pha-ngan, natürlich darf ein Inselbesuch in Thailand nicht fehlen!  Von dort ging es dann nach Malaysia. Penang, Trekking in den Cameron Highlands und dann wieder Stadtfieber in Kuala Lumpur. Als letzte Station stand dann noch Singapur auf der Agenda. Wer in drei Wochen drei Länder bereist, der hat nicht viel Zeit zum Durchschnaufen und viele Dinge geraten im Nachhinein wieder in Vergessenheit. Zu schade, dass ich damals noch nicht daran gedacht habe einen Blog zu starten. Tja, besser spät als nie. 🙂

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Eine bunte Vielfalt meiner Highlights

Eine Gruppenreise – eine kleine isolierte Welt

Das besondere am alleinigen Reisen ist, dass man ganz anders auf Leute zu geht. Wir sind es gewohnt, dass wir auf andere Rücksicht nehmen und uns anpassen. Ein riesiger Vorteil als Alleinreisender ist, dass man auch ausbrechen kann. Ich habe in diesen 3 Wochen auch gelernt, mir meinen Freiraum zu nehmen. Die Gruppe konnte sich nicht einigen oder ich wollte einfach etwas anderes sehen, dann bin ich alleine losgezogen und habe die Ruhe genossen. Reist man zu Zweit oder in einer Gruppe von Freunden ist man häufig konfrontiert mit Diskussionen, langen Wartezeiten und sonstigen Kompromissen. Das kann sehr lästig sein. Dennoch gab es durchaus auch Momente in denen ich meine Freunde vermisst habe und mir gewünscht hätte, dass sie da wären. Beide Seiten haben ihre Vor- und Nachteile und jeder sollte sie einmal kennenlernen.

Fazit: Einmal Asien immer Asien

Sechs Jahre liegt nun mein erster Thailandtrip zurück und die Faszination Fernreise hat mich seither nie mehr losgelassen. Mittlerweile war ich nun ebenfalls in Kambodscha und Vietnam unterwegs aber besonders Thailand hat es mir angetan. Eigentlich wollte ich dieses Jahr endlich nach Südamerika. Leider hat sich die Flugsuche schwieriger als gedacht herausgestellt und gleichzeitig sind die Flugpreise nach Thailand über Weihnachten um ein Viertel gefallen, da musste ich einfach zuschlagen. Also reise ich dieses Jahr zum dritten Mal in das Land des Lächelns. Gestartet wird in Phuket. Drei Wochen lang rumreisen, Thai Curry essen und mit dem Roller cruisen sind einfach unbezahlbar und werden mir nie langweilig werden. Ursprünglich wollte ich erneut Tonsai Beach besuchen, habe aber bei dem Blog off-the-path gelesen, dass dort alles abgebrannt wurde, um neue luxuriöse Hotelanlagen zu bauen. Somit werde ich mir wohl neue, noch nicht völlig touristisch erschlossene Ruheplätzchen suchen müssen. Mein Tipp: Macht einen kurzen Abstecher in die Freedom Bar auf Koh Lanta. 🙂

Für alle, die mit dem Gedanken spielen alleine loszuziehen, packt eure Sachen und losgehts. Es wird bestimmt super!

Hier ein paar tolle Blogs, die sich zur Vorbereitung empfehlen.

Lesetipps:

Yvonne Zagermann von Just Travelous hat gerade eine tolle Kolumne auf mobile geeks über „Smart Travel“ gestartet. Alles rund um smarte Tools, die das Rumreisen erleichtern. Habe ich natürlich gleich abonniert, da ich als altes Faultier meine Reiseroute auch immer erst vor Ort plane.  🙂

Wer nicht weiß, was man alles in seinen Rucksack packen sollten, der schaut am Besten bei Conni von Planetbackpack vorbei. Die Packliste ist echt spitze.

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3 Kommentare zu „Reisebericht: Ein unvergesslicher Trip nach Thailand

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