Unsere Definition von Glück: noch dünner, noch schöner, noch erfolgreicher, noch …?

Drei Wochen Thailand liegen nun hinter mir. Drei Wochen Sommer, Sonne, Strand und Meer. Für mich war es nicht nur ein wunderschöner Urlaub, es war eine Auszeit für meine Seele. Durchatmen und das aktuelle Leben Revue passieren lassen. Das bescheidene Leben der Thailänder hat mich inspiriert darüber nachzudenken, was ich als Glück definiere und warum wir im Alltag manchmal die falschen Prioritäten setzen. Deswegen möchte ich heute darüber schreiben, wie wenig es im Leben braucht, um wirklich glücklich zu sein und warum ich immer wieder dankbar nach Hause kehre. Glück

Ansteckende Entschleunigung

Ich weiß nicht, ob es tatsächlich an Thailand und der dortigen Mentalität liegt. Aber sobald ich in einen Fuß auf den asiatischen Kontinent setze, erfasst mich die Leichtigkeit, mit der die Thailänder durchs Leben gehen. Alles ist ein wenig entschleunigt. Sie haben ihren eigene Art Dinge anzupacken, alles eben nach „Thai-Style“. 🙂 Jeder, der schonmal in Thailand war, der kennt dieses Ausdruck. Häufig läuft nicht alles perfekt aber am Ende klappt es dann doch immer. Zuhause gehöre ich zu den Menschen, die gerne kontrollieren und Prozesse bestimmen. Dort lehne ich mich tatsächlich zurück und vertraue darauf, dass es funktioniert. Eine mir sonst sehr fremde Gabe. Natürlich ist Thailand kein Geheimtipp mehr und der Tourismus hat für mehr Wohlstand gesorgt. Dennoch leben viele Thais das Leben so weiter wie davor. Mich beeindruckt immer wieder ihr Familiensinn und ihre exreme Freundlichkeit. Genau dafür beneide ich sie. Ich weiß nicht wie es euch geht aber ein Urlaub fernab der gewohnten Übermaß-Kultur und meiner Komfortzone, macht mich dankbar. Dankbar, dass ich eine Mutter habe, die mich über alles liebt, dass ich meinen Traummann gefunden habe, der mit mir durch dick und dünn geht, dass ich die besten Freunde aller Zeiten habe und letzlich, dass ich und meine Liebsten gesund sind. Im Alltag vergisst man das manchmal. Warum richten wir unseren Gefühlszustand so häufig an materiellen Dingen aus? Haben wir durch unseren Wohlstand das „Luxusproblem“, dass wir Glück an unserem privaten Eigentum messen? Wie definieren wir Glück heutzutage? Wünschen wir uns nicht ebenfalls Familie, Gesundheit und Liebe? Dennoch werden diese Werte in unserer schnellebigen Zeit gerne durch das Streben nach Status, Geld und Anerkennung ersetzt.

Unsere Wohlstandsgesellschaft hat ein Problem: Den Drang nach PERFEKTION

„Meine Frau, mein Haus, mein Auto, mein Boot.“ Vor einigen Jahren lief eine Werbung im Fernsehen, in der sich zwei Männer gegenseitig versuchten zu übertrumpfen, indem sie Bilder von ihren Frauen, Häusern, Autos und Booten vorführten. Damals war die Werbung ein super Erfolg und sie lief hoch und runter. Meinem Gefühl nach gehen wir heute mit unseren Vorstellungen vom „perfekten Glück“ noch einen Schritt weiter. Immer auf der Suche nach dem bestklingenden Jobtitel, dem perfekten Körper, dem protzigsten Auto und der nächsten Handtasche vergessen wir schnell, wer wir wirklich sind. Im Alltag sind wir gehetzt, im Job brennt es gefühlt jeden Tag, im Privatleben sprechen wir von Freizeitstress. Erst Fitnessstudio, dann ab zur Dinnerparty. Eine Verpflichtung jagt die Nächste, während wir verzweifelt versuchen unseren Zielen hinterher zu hetzen, um näher an das perfekte ich heranzukommen.

Doch warum das Ganze?

Zwar ist der Mensch in der Lage die perfekte Maschine zu erschaffen, jedoch kann aus einem Menschen keine perfekte Maschine werden. In Zeiten, in denen wir uns mit immensen Scheidungsraten, Krankheiten, Arbeitslosigkeit, fanatischen Glaubenskriegen und Terror konfrontiert sehen, ist mir klar geworden, dass es wichtig ist sich ab und auf die elementaren Werte zu besinnen und sich darüber zu freuen, was das Leben einem gerade bietet. Wahres Glück lässt sich nicht kaufen und auch die achzigste Handtasche hilft uns nicht weiter, wenn das Leben wieder turbulent wird. Die Familie und gute Freunde hingegen schon. Umsomehr bin ich immer wieder froh, wenn ich daran erinnert werde, an das, was wirklich zählt und sage Danke an alle, die mich im Leben begleiten und unterstützen!

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10 Kommentare zu „Unsere Definition von Glück: noch dünner, noch schöner, noch erfolgreicher, noch …?

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  1. Ich sehe das ganz genau so wie du 🙂

    Ein Tipp habe ich jedoch für dich:
    Nutze Absätze und Überschriften! Das macht den Lesefluss leichter und lässt deine potenziellen Leser länger verweilen 🙂

    Lieben Gruß ♥

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  2. Oh ich würde auch gerne mal nach Thailand, habe bisher nur Gutes gehört und gelesen. Und du hast so recht mit dem Luxusproblem, viel mehr ist es das Problem was fast jeder Mensch zu haben scheint. Man will immer mehr und mehr und mehr und irgendwann hat man mehr und ist trotzdem nicht glücklich, weil man noch mehr will. Ich dachte auch immer das ich Glücklich sein würde, wenn ich doch nur reicher, schlanker, vergeben wäre. Vor einiger Zeit habe ich für mich heraus gefunden, dass ich auch so arm, dick und single glücklich sein kann. Man muss sein Glück suchen bzw. sein Inneres kennenlernen und dann heraus finden, was einen selbst befriedigt und glücklich macht. Auf diese Reise der Selbstfindung befinde ich mich derzeit und selbst der Weg, die Reise löst in mir mehr Freude und Glück aus als die letzten Schuhe, die ich mir gekauft habe.

    Süße Grüße
    Alison von TeaCatsandGlitter.de

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    1. Alison, wundervolle Worte. Ich selbst habe mich lange darum bemüht mit mir als Person glücklich zu sein. Auch meine Reise ist noch nicht zu Ende, an manchen Tagen klappt es besser, an manchen nicht.. Es ist schön zu wissen, dass man nicht alleine ist! 🙂

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  3. Ein toller Artikel. Mir stösst es in letzte Zeit auch oft auf, dass alles immer so perfekt wie möglich sein soll. Ich möchte mich selber nicht mehr so unter Druck setzen und Entschleunigung ist daher mit ein Teil des „clean your life“ Projektes, welches ich aktuell für mich selbst durchziehe. Einfachheit kann das Leben in so vielen Punkten erleichtern und genau deshalb finde ich es beispielsweise auch wichtig, einfach mal gewisse Dinge zu reduzieren. Ich habe mir z.B. auch einen minimalistischen Keiderschrank als Ziel gesetzt. Wenige Klamotten, dafür hochwertige und gut kombinierbare Kleidungsstücke. Der Vorteil: Man hat meist einen aufgeräumten Kleiderschrank und muss sich nicht mit zu vielen quälenden Entscheidungen rumschlagen 🙂

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      1. Oh ja, schriftlich festhalten erleichtert vieles. Ich hab mir z.B. die App „Wunderlist“ geholt. Da hab ich immer meine To-Do-Listen drin. Eine mit Ideen für den Blog, eine als Einkaufszettel und eine mit Dingen, die ich mir für den aktuellen Tag vorgenommen hab. Ziel ist dann immer, dass am Ende vom Tag alles abgehakt ist. Seit ich das so mache, ist es bei mir zu Hause viel aufgeräumter. Wichtig ist mir nur dabei, dass immer nur relativ „kleine“ Dinge auf der Liste stehen. Also nicht so Sachen wie „Schlafzimmer aufräumen“ sondern „Nachtkästchen aufräumen“ und „Bett überziehen“… Dinge wie „bücherregal abstauben“ oder „Fernsehunterschrank aufräumen“ sind dann halt erst am nächsten Tag dran. So hat man jeden Tag immer ein paar kleine Projekte, die zeitlich nicht sehr ins Gewicht fallen. Auf die ganze Woche gesehen hat man dann aber viel gemacht und die Wohnung ist fast immer sauber^^

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      2. Super Tipps. Das probiere ich auch. Ärgere mich oft, dass ich nie meine Dinge erledigt bekomme aber vllt stecke ich mir zu große Ziele…!
        App wird sofort runtergeladen. 🙂

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  4. Du hast Recht 😀
    Entschleunigung ist eine feine Sache – ich merke selbst, dass ich am Besten lebe, wenn ich mir eine entspannte „Joa, ich studiere und ich will am Ende des Monats x Worte geschrieben haben, aber sonst habe ich keine dringenden, stressenden Ziele“-Haltung aneigne und dann bin ich glücklich, wenn ich beim Schreiben Schwarztee habe.
    Meine Eltern dagegen drängen mich, in meiner Freizeit doch was Produktiveres als Lesen/Schreiben zu machen – würden angeblich andere Twens auch machen. Aber was bitte ist produktiver? Und muss am Ende eines jeden Hobbys ein greifbares, materielles Ergebnis stehen?

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  5. Ich finde das hast du richtig gut auf den Punkt gebracht. Leider denken nicht mehr so viele Menschen heutzutage daran, wir sind einfach etwas zu schnelllebig geworden, schade echt! Thailand war ja früher immer verschrien, das die männliche Bevölkerung das nur für das eine hingeflogen ist, das hat sich Gott sei Dank ja auch überholt. Ich kenne einige, die immer positiv von Thailand berichtet haben und ähnlich wie du, auch völlig geschwärmt haben. Mich würde nur der Flug dahin ängstigen, ich habe furchtbare Flugangst:(

    Mach weiter so, ich finde das ist ein super Bericht ❤
    Lieben Gruß Marci

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