Hilfe, ich bin Mama: Wochenbett, Windelchaos und andere Wahrheiten

Wow! Was soll ich sagen. Seit Wochen steht mein Leben Kopf! Ich habe es mir anders vorgestellt, das Mutter sein. Ganz anders! Irgendwie mit mehr Glamour, mehr Schlaf und weniger Gebrüll. Vielleicht habe ich zuviel gefakte Instagram Feeds angeschaut. Happy Family mit Mama, Papa und Baby. Alle sind gut drauf, Mamas Bauch ist flach, das Make-up sitzt und alle strahlen in die Kamera. Ist doch eigentlich nicht so schwer. Ein kleines winziges Wesen ergänzt unser Leben. So hatte ich mir es vorgestellt. Aber die Realität hat nun mal leider keine Filter!

Fangen wir mal mit der ersten Sache an.

Rollkommando „Mutterliebe“: Eine konstante Achterbahn zwischen Glücksgefühlen, Erschöpfung und Überforderung.
Rollkommando „Mutterliebe“: Eine konstante Achterbahn zwischen Glücksgefühlen, Erschöpfung und Überforderung.

Wer braucht schon dieses Geburtserlebnis? 

Vor kurzem sagte mir jemand, dass die Geburt magisch ist?! Vielleicht hatte sie einen Wehencocktail a la „Magic Mushrooms“ aber ich kann an dem Thema absolut nichts magisches finden. Die Krankenhäuser sind voll, die Ärzte überarbeitet, Hebammen unauffindbar und Zeit hat da eh keiner für dich. Es tut weh, es dauert ewig und von Vorfreude ist während dieser Zeit keine Spur! Für wen es anders läuft, herzlichen Glückwunsch! Du hast im Lotto gewonnen.

Wochenbett aka Totalschaden-Notreparatur

In den ganzen Schwangerschaftsartikeln steht überall „Das Wochenbett ist zur Erholung da“. Für mich klang das immer nach gemütlich im Bett liegen, bisschen mit dem Baby schmusen und spazieren gehen. Jeder weiß, dass diese Vorstellung nicht der Realität entspricht aber jeder hofft das Beste und verschließt die Augen.

Schon klar, der Körper muss sich erholen. Aber dass ich noch aussehe, als wäre ich hochschwanger, damit hab ich nicht gerechnet. Klar, es gibt diese Frauen, die so aussehen, als hätten sie nie ein Kind bekommen und nach wenigen Wochen ihr Gewicht wieder haben. Am liebsten sind mir ja die Nach-dem-Stillen-wog-ich-weniger-Mütter, die einen verständnislos anschauen, wenn man nach 2 Monaten immer noch mit riesen Bauch rumläuft. Nein, ich futtere nicht die ganzen Zeit Schokolade und ja, ich schreibe sogar auf, was ich esse und es tut sich nichts. Seufz. Also danke fürs Gespräch und Themawechsel.

Rollkommando „Mutterliebe“

Während sich während der Schwangerschaft so gut wie alles um die Geburt dreht, lässt sich leicht vergessen, dass die wahre Mammutaufgabe erst danach beginnt. Der Moment, in dem du dein Kind in den Maxi Cosi packst und mit verdammt schwerem Herzen die Sicherheit des Krankenhauses verlässt, um nach Hause zu fahren. Unbeschreiblich! Wir wohnen 5 Minuten vom Krankenhaus entfernt und noch nie war ich bei 20 km/h im Auto so aufgeregt. Jede Kurve glich einer Achterbahn. Schafft es das Kind auch heil nach Hause oder wackelt der Kopf zu arg? Wie schnell können wir fahren? Während wir so nach Hause schleichen, schleicht sich auch das Verantwortungsgefühl in mein Herz und ich merke, jetzt geht der Spaß erst richtig los.

Deine Hormone spielen verrückt, du hast ein Baby auf dem Arm, dass du nicht kennst und für das du die Verantwortung trägst. OH GOTT, ICH BIN JETZT MUTTER!! Diese Tatsache gebündelt mit verdammt vielen Emotionen hat mich völlig umgehauen. Bis heute ist diese Gefühl der echte Wahnsinn und macht mich jeden Tag mega stolz! Dieses kleine Mädchen ist das Beste, was mir je passiert ist. Aber dennoch kommt damit auch ein enormes Verantwortungsgefühl einher und manchmal ist es wichtig dabei nicht den Kopf zu verlieren und sich nicht von der Angst beherrschen zu lassen. An letzterem arbeite ich noch… 😉

Nächtliche Schmuserunde sind das absolute Highlight

Ja, nachts mehrfach aufstehen zerrt an den Kräften. Gleichzeitig sind diese Momente aber auch etwas ganz besonderes. Mami und Baby sind dann ganz allein. Alles ist ruhig und dunkel, man sitzt im Bett und alles ist etwas entschleunigter, als im Tagesgeschehen. Der kleine Wurm ist verpennt fast noch süßer, als er eh schon ist. Ich hab die Schmuserunden immer besonders genossen, wenn der kleine Wurm wieder satt und zufrieden auf meiner Schulter lag. Manchmal fällt es mir richtig schwer mich von ihr zutrennen (obwohl ich sie nur in das Beistellbettchen neben mich lege) aber die Müdigkeit bringt mich schnell zur Vernunft. Und wenn man eins ganz schnell lernt: wecke nie ein schlafendes Kind! 😉

So wenig Zeit und so viele Besucher

Am Anfang kommt ein Baby alle 2 Stunden. Völlig klar, das hatte ich schon überall gelesen. Nachdem mein Baby im Krankenhaus schon eine Stunde nach dem Essen wieder schrie, hat mich die Krankenschwester aufgeklärt. Man zählt hier den Zeitpunkt, wo man mit Stillen angefangen hat, nicht wann man damit fertig ist! Wenn du nun also, wie ich, dein Baby stillen und zufüttern musst, dann dauert das locker eine Stunde, bis der Schatz satt und frisch gewickelt wieder in seinem Bettchen liegt. Dann hast du genau noch eine knappe Stunde, bis es wieder Hunger hat. EINE STUNDE!!!! Ich war fassungslos. In dieser Stunde musst du vllt mal auf die Toilette, dich waschen, etwas essen, selbst mal schlafen oder einfach mal die tausend Whatsapp Nachrichten beantworten sowie die täglichen Hebammen- und Besuchertermine koordinieren.

Meistens schafft man eh nur die Hälfte, da man einfach so müde sitzen bleibt und sich freut, dass das Baby friedlich schläft. Von spazieren gehen, einkaufen oder Haushalt fange ich gar nicht erst an. Es herrscht Chaos pur! Ich wusste teilweise nicht, wo mir der Kopf steht. Auf der eine Seite möchte man jedem den neuen Erdenbürger vorstellen aber die Tage rennen und nicht jedes Kind verträgt viel Besuch. Wenn es unserer Kleinen zuviel war, dann hat sie uns Abends mit einem extra Konzert beschert. Da überlegt man es sich zweimal, was man genau unternimmt.

Mein Fazit: Mutter werden ist einfach grandios. Aber wir Mütter sollten einfach ehrlicher sein. Die Realität ist nicht immer so perfekt, wie es manche scheinen lassen. Jede Mutter kann eine andere Geschichte erzählen. Die ersten 3 Monate sind hart, wirklich hart. Du wirst dich fremd fühlen in deinem Körper und jeder Tag ist eine neue Herausforderung. Auch eure Beziehung muss sich neu finden und das geht nicht so einfach, wie man es sich vielleicht vorstellt. Fragt Familie und Freunde um Hilfe, ohne die geht es nicht in der ersten Zeit – auch wenn das schwer fällt.

Mein Tipp an alle, die bald Nachwuchs in der Familie oder im engen Freundeskreis erwarten: Lasst die Geschenke weg! Nehmt den Eltern lieber einen Einkauf ab, helft Ihnen zuhause klar Schiff zu machen oder kocht was leckeres für die frischgebackenen Eltern. Sie werden euch dankbar sein!

 

 

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2 Kommentare zu „Hilfe, ich bin Mama: Wochenbett, Windelchaos und andere Wahrheiten

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