Working Mom: „In beiden Schwangerschaften wurde mir gekündigt, und es war ein steiniger Weg, bis ich vor Gericht Recht bekommen habe“

Initiative Working Mom startet mit einem Interview von Dani. Die 34-jährige Bloggerin (Gluckeundso.de) ist Mama von 2 zauberhaften Jungs. Dani musste sich in den ersten beiden Schwangerschaften ihr Recht auf „Mutterschutz“ hart erkämpfen und hat viel mit gemacht. Hier gibt es die Details aus dem Interview.

Leider sind Kündigungen während der Schwangerschaft nicht so selten, besonders Angestellte in sehr kleinen Firmen sind betroffen. © depositphotos

Janina: Hallo Dani, auf deinem Blog hast du einen Beitrag veröffentlicht „Wieso Mutterschutz nicht automatisch Schutz bedeutet?“. Da erzählst du, dass dir in beiden Schwangerschaften gekündigt wurde. Wie kann es sein, dass ein Unternehmen dir mitten im Mutterschutz kündigt? Ich dachte immer, dass schwangere Frauen quasi unkündbar sind. Wieso hat das Gesetz dich nicht geschützt, welche rechtliche Grundlage gibt es dafür?

Die 34-jährige Dani musste in beiden Schwangerschaften vor das Arbeitsgericht ziehen

Dani: Der erste Arbeitgeber hat mir ein Hausverbot in der Elternzeit ausgestellt. Gerichtlich wurde es dann nach der Elternzeit beendet. Der zweite Arbeitgeber hat mir nach der Bekanntgabe des Beschäftigungsverbotes gekündigt. Man steht unter einem besonderen Schutz aber es gibt leider immer Mittel und Wege, die Arbeitgeber gerne nutzen. Das Gericht hat zu meinen Gunsten entschieden aber der Weg war sehr steinig.

Janina: Wie hat sich dein Arbeitgeber verhalten, als du im damals die Schwangerschaft erzählt hast? Hast du da schon gespürt, dass sowas passieren könnte?

Dani: Der erste Arbeitgeber war „enttäuscht“. Der zweite wohl ebenfalls. Bei beiden ahnte ich, dass es nicht gut für mich ausgeht. Wieso ich das wusste? ich hatte bei beiden Unternehmen relativ wichtige Positionen und dann ist es natürlich problematisch in einer kleinen Firma auf genau diese Person zu verzichten.

Janina: Ich frage mich, warum sie dir kündigen. Der Arbeitgeber bezahlt doch nur dein Gehalt während des Mutterschutzes, danach wird es doch von der staatlichen Familienkasse bezahlt. Also kann es doch eigentlich keine finanziellen Gründe haben. Was meinst du könnten Gründe sein?
Dani: Gründe sind oftmals persönlicher Natur und natürlich fachlicher Natur, denn ich falle ja dann aus. Jetzt in der zweiten Schwangerschaft bekam ich sehr schnell ein Beschäftigungsverbot und fiel dadurch sofort aus. Das hat das Fass wohl zum Überlaufen gebracht. Der Arbeitgeber wird ja sogar noch entlastet bei einem Beschäftigungsverbot, da er das Gehalt komplett erstattet bekommt.

Janina: Solche Erlebnisse prägen einen. Wie sah die psychische Belastung damals und heute aus? Konntest du deine Elternzeit überhaupt noch genießen?
Dani: Der erste Job war mein Traumjob. Ich war sehr, sehr unglücklich damals und erst nach 3 Jahren fand ich dann den neuen Job. Ich war guter Dinge, da es ein kleiner Familienbetrieb war. Wie es dann ablief hat mir schwer zu schaffen gemacht. Die Schwangerschaft war dadurch stark belastet, da ich kein Gehalt mehr bekam und ständig vor Gericht musste. Dieser Stress hat sich dann leider auch auf die Geburt ausgewirkt.

Janina: Welche Pläne hast du für die Zukunft? Kannst du überhaupt jemals wieder unvoreingenommen ein Arbeitsverhältnis beginnen?

Dani: Da ich vor Gericht Recht bekommen habe, ist die Kündigung ungültig und ich bin weiterhin angestellt bei der Firma. Wenn es soweit ist, dann schaue ich, wie es weitergeht. Im Moment kommen wir erstmal an und verarbeiten die Geburt und das Geschehene. Natürlich würde ich mich über Erfolgserlebnisse in beruflicher Hinsicht freuen aber meine Erfahrungen zeigen, dass es sehr selten ist, dass Mütter dieses Glück haben.

Vielen Dank für deine offenen Worte und ich wünsche dir von Herzen, dass dir so etwas nie wieder passiert!

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