Working Mom: Bloggerin Sarah stellt ihre Rubrik „Arbeitgeber from Hell“ vor

Sarah bloggt auf Mamaskind über ihr Familienleben mit 3 Kindern, Katze, Minimalismus und Online Marketing.

Als Head of SEO ist Sarah eine erfolgreiche Working Mom in Führungsposition. Der Weg dorthin war allerdings steinig. Auf ihrem Blog schreibt sie selbst über berufliche Erfahrungen oder gibt Gastautoren die Möglichkeit in ihrer Rubrik AG from Hell ihre Erfahrungen zu teilen. 

Janina: Wie kam es zu deiner Reihe „Arbeitgeber from Hell“? 

Sarah: Ich bin Sarah, blogge seit 2010 auf Mamaskind über unser Familienleben mit inzwischen drei Kindern, Katze, Minimalismus und Online Marketing. Ich arbeitete vor vielen Jahren in einem Start-up, das genau den Eindruck hinterließ: Arbeitgeber aus der Hölle. So entstand einige Zeit später meine Blogreihe Arbeitgeber from Hell.

Ich hatte bisher wirklich Glück mit meinen Arbeitgebern, doch das Start-up toppte alles, was ich von diesen jungen Firmen hörte. Präsenzpflicht im Sinne von: nur wer lange da ist, leistet viel. Als Teilzeitkraft war ich nur die „Mutti“, die mittags geht. Das wurde so auch offen kommuniziert. Für eine leitende Stelle kam ich trotz meines Wunsches und Eignung nicht in Frage, weil ich „nur“ 35 h, also Teilzeit, arbeitete. Es würden aber Überstunden über die 40 Wochenstunden hinaus gefordert. Auch das sagte man mir ins Gesicht.

Janina: Warum werden viele Frauen immer noch belächelt, wenn sie Kinder und Karriere wollen?

Sarah: Es kommt tatsächlich auf den Arbeitgeber an. Mittlerweile habe ich eine kleine Firma gefunden, die meine Skills schätzen, obwohl ich drei Kinder habe. Der Satz ergibt traurigerweise Sinn, denn vielerorts ist es eben nicht so. Mütter werden oft nicht als vollwertige Mitarbeiter geschätzt. Sie könnten ja wegen der Kinder öfter krank sein.

Alles Unsinn. Dank meiner Homeoffice-Möglichkeit musste ich vor meiner Elternzeit keinen einzigen Kinderkranktag bei meinen Chefs einreichen. Die Fehlzeit arbeitete ich abends nach, wenn mein Mann die Kinder übernahm. So sollte das meiner Ansicht nach überall funktionieren. Die Mitarbeiter sind glücklich, weil sie keine Fehlzeiten haben und das Homeoffice (in einigen Jobs) nutzen können, die Chefs sind glücklich, weil die Mitarbeiter Initiative zeigen. Entgegenkommen auf beiden Seiten.

Janina: Wie haben Kollegen und Freunde auf deine Reihe reagiert? 

Sarah: Meine Freunde finden die Reihe gut, da sie (leider) authentische Beispiele aus dem Arbeitsleben zeigt. Es zeigt, wie es sein kann, muss aber zum Glück nicht. Auch aus dem Bekanntenkreis höre ich Dinge, die man kaum glauben mag. SOWAS kann doch gar nicht wirklich passieren, denke ich oft.

Tatsächlich gibt es aber Arbeitgeber und Kollegen, die Fähigkeiten kleinreden, nur ihre eigenen Ideen verwirklicht sehen wollen und an anderen unsinnigen Dingen festhalten. Das muss doch nicht mehr sein!

Janina: Was möchtest du mit deiner Reihe erreichen?

Sarah: Ich möchte zeigen, wie andere Leidensgenossen mit unschönen Situationen umgehen. Häufig betrifft es Frauen in Schwangerschaft oder Elternzeit, die plötzlich von Schwierigkeiten mit dem Arbeitgeber berichten. Als ob eine Schwangerschaft etwas an den Fähigkeiten der Arbeitnehmerinnen ändert.

Ich denke sogar, dass Mütter tolle Arbeitnehmerinnen sind. Natürlich kann ich nicht für alle reden, doch sind Mamas gut im Organisieren und können mitunter gut mit Stress umgehen. Perfekte Eigenschaften für jeden Job! Seit ich Mama bin, wurde ich auch noch effizienter bei meiner Arbeit, da ich jede Stunde sinnvoll nutzen muss. Könnte ja die Kita anrufen, damit ich das Kind abholen, was zum Glück nicht so häufig vorkommt.

Und wenn, kann ich die Fehlzeiten ausgleichen, weil ich keinen AGfromHell habe. Das hat niemand verdient. Jeder sollte sich seinen Arbeitgeber aussuchen dürfen!

Janina: Wie sieht dein eigenes berufliches Konstrukt aus und wo siehst du die größten Hürden für uns Frauen, wenn wir als Mütter wieder in den Job zurückkehren?

Sarah: Vor der Elternzeit arbeitete ich halbtags bei einem Babyladen, meist im Homeoffice und nebenberuflich war ich mit meinem Blog selbstständig. Das klappte ganz hervorragend, da ich Fehlzeiten ausgleichen konnte. Nach der Elternzeit wird es ähnlich aussehen. Ich freue mich dank der tollen Work-Life-Balance auch auf den Wiedereinstieg! (Übrigens gibt es auch Väter, die Probleme mit ihren Arbeitgebern wegen der Elternzeit haben.) Diesen Luxus haben jedoch nicht viele Mamas. Jedenfalls kommt es mir so vor, wenn ich die negativen Berichte über den Wiedereinstieg lese. Doch könnte es so einfach sein. Unternehmen haben Stellschrauben, an denen sie drehen können, um Frauen den Einstieg zu erleichtern.

Das wirkt sich auch auf die Unternehmenskultur aus! Glückliche Frauen sind motivierte Arbeitnehmerinnen. Das sind wiederum engagierte Kolleginnen und tolle Chefinnen. Denn auch das ist wichtig: auch Mütter können und sollen leitende Positionen inne haben. Es wäre schön, wenn das in allen Köpfen ankäme.

Ich suche weiterhin anonyme Beiträge für meine Reihe Arbeitgeber from Hell. Schreibt mir gerne eine E-Mail! 🙂

Weitere Beiträge von Sarah findet auf ihrem Blog Mamaskind.

 

Weitere Interviews aus der Reihe Working Mom: 

Working Mom: „nur 11 % der befragten Personalmanager haben Teilzeitstellen im Angebot.“

Working Mom: „Mütter sind belastbarer, organisierter und motiviert“

Working Mom: „Ich musste die Zeit absitzen, weil der Chef Teilzeit doof fand“

Working Mom oder Mobbing Mom? Gibt es den Fachkräftemangel nur in Vollzeit oder warum ignorieren die Firmen gut ausgebildete Mütter?

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